Kurzreise nach Devon {ein Land mit Suchtfaktor}

Schon lange hatte ich den Wunsch, den Südwesten Englands zu bereisen. Als meine Eltern dann letztes Jahr vorschlugen, zu ihrem Hochzeitstag im August, mit uns gemeinsam eine Reise unternehmen zu wollen, sah ich die perfekte Gelegenheit. Gesagt – getan.

Anfang August diesen Jahres, saßen wir im Flieger Richtung London. Nach insgesamt 12 Stunden Anreise, erreichten wir den süßen, kleinen Ort Northam in Devon und unser Zuhause für die kommenden 7 Tage. „Abigails’s Cottage“ sah von außen eher unscheinbar aus. Hinter der hellblauen Tür mit dem kleinen Krebs, verbarg sich aber ein kleiner, maritimer Landhaus-Traum. Helle Räume, liebevolle Details und eine gemütliche Atmosphäre. Hier ließ es sich aushalten.

Der nächste Tag begrüßte uns mit allem anderen, als dem typischen englischen Wetter. Der Himmel strahlte in seinem hellsten blau und die Luft war herrlich warm. Also ab Richtung Strand. Die Küsten Englands sind stark von den Gezeiten geprägt. In dieser Region waren es etwa 5 Meter Tide. Bei Ebbe ist es daher ein ganz schönes Stück zu Fuß bis zum Wasser. Das Naturschauspiel zaubert aber dafür eine fast schon unwirklich schöne, glänzende Landschaft. Hinter der Dünenlandschaft verbirgt sich, am Rand von Northam, der älteste Golfclub des Landes. Ein Golfplatz soweit das Auge reicht. Lediglich mit ein paar frei herumlaufenden Pferden, müssen sich die Golfer den Rasen teilen.

Am nächsten Tag wurde es dann etwas sportlich. Es ging Richtung Hartland. Wir passierten den Hartland Lighthouse, Hartland Abbey, St. Nectan Church und stellten dann schließlich unser Auto bei Hartland Quay ab. Von dort ging es zu Fuß weiter. Wir wanderten ein Stück den bekannten South West Coast Path entlang und kamen nicht aus dem Staunen heraus. Noch nie hatte ich eine so atemberaubend schöne Landschaft gesehen. Man fühlte sich, wie der erste Mensch auf Erden und wartete förmlich darauf, dass hinter einem Felsen irgendein Fabelwesen hervor gesprungen kommt. Tage, hätte ich weiter in dieser Wunderwelt wandern können. Unser kleiner Abstecher endete jedoch an einem tief, fallenden Wasserfall, gleich neben dem Meer. Nach einer kurzen Rast, traten wir dann wieder den Rückweg an.

Tag 3 war etwas mehr von Autostunden geprägt, als von körperlicher Anstrengung. Wir fuhren nämlich einmal quer durch den Südwesten nach Plymouth. In der alten Hafenstadt befindet sich die älteste Brennerei der Welt. Schon im 18. Jahrhundert versorgte sich die Royal Navy hier mit Plymouth Gin. Schade, dass man in der Distillery nicht fotografieren darf. Sonst hätte ich euch gern die großen, historischen Kupferfässer gezeigt.

Viele Motive fand ich hingegen in Clovelly. Das filmreife kleine Fischerdorf ist förmlich an einem steilen Hang herangewachsen. Steile Kopfsteinpflasterwege schlängeln sich den Ort hinunter bis zum alten Hafen. Für Autos sind die Wege viel zu steil und glatt. Daher transportieren die Anwohner alles Notwendige auf Schlitten. Bis zu den 1990er Jahren wurden noch Esel für den Transport eingesetzt. Heute stehen diese jedoch nur noch als Fotomotiv für Touristen parat. Der gesamte Ort befindet sich in Privatbesitz. Man muss also Eintritt zahlen um hinein zu kommen. Dieser lohnt allerdings und außerdem wird dieser anteilig genutzt, um den Ort und seine Traditionen aufrecht zu erhalten.

Auf das Highlight des nächsten Tages hatte ich mich sehr gefreut. Denn was wäre ein Besuch in England ohne einen der prachtvollen englischen Gärten gesehen zu haben? Der RHS Garden Rosemore befindet sich nur ein paar Milen von Northam entfernt und war daher ein festes Ziel unserer Reise. Endlich herrschte auch das berühmte englische Regenwetter und machte somit den typischen englischen Ausflug perfekt. Trotz des nicht idealen Wetters, verbrachten wir fast den ganzen Tag in dem Garten. Wenn die Engländer eins können, dann ist es gärtnern. Ich liebe diese romantisch verwilderte Pflanzweise. Alles gedeiht, durch das gleichmäßige Klima, üppig und groß. Hin und wieder findet man ein, von Kletterpflanzen umranktes, Café, was zu einem Cream Tea einlädt.

Hach! Ich verfalle gerade wieder ins Schwärmen und könnte gleich wieder meinen Koffer packen. Ganz ganz sicher, wird die nächste Reise nach England nicht lange auf sich warten lassen. Ich höre sie förmlich nach mir rufen, die zerklüfteten Felsen, weißen Cottages und prächtigen Gärten.

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