Verlobungsfotos in Prag

Als mir mein Cousinchen ganz freudig strahlend ihren Ringfinger vor meine Nase hielt und mich der große Diamant anlächelte, leuchtet es mir auf. Ein paar Tage zuvor waren die Beiden aus ihrer Lieblingsstadt Prag wiedergekommen und ich dachte mir ‚Natürlich! Es geschah in Prag. Wo sonst?‘ Dazu muss man vorab sagen, dass die zukünftige Braut schon lange sehnsüchtig auf diesen Antrag gewartet hatte. Wie so viele romantische Frauen eben. Im Sommer 2013 war der große Moment dann endlich gekommen und das am, für die Beiden, schönsten Ort der Welt – über den Dächern der ‚Goldenen Stadt‘.

Heute muss ich gestehen, ich wollte ab dem Moment an dem ich von dem Verlobungsort erfuhr ein Verlobungsshooting mit den Beiden in Prag. Ich behielt diesen Gedanken allerdings noch einige Zeit für mich. Als wir die ersten Save the Date – Fotos schossen und die Hochzeitsvorbereitungen immer intensiver wurden, schlug ich meiner Cousine den Ausflug nach Prag vor. Nun, was soll ich sagen, sie war Himmel auf begeistert und schenkte den Kurztrip kurzerhand ihren Verlobten zum Valentinstag. Fünf Wochen später saßen wir Vier, mit vollgepacktem Kofferraum, im Auto auf dem Weg nach Prag.

Am Ziel angekommen überließen wir, mit einem etwas mulmigen Gefühl, unser Auto samt Schlüssel einem Hotelangestellten und sollten es die nächsten zwei Tage nicht wieder sehen. Da unser Hotel nur wenige Gehminuten vom Wenzelsplatz gelegen war, erkundeten wir am Anreisetag zunächst alle fußläufigen Highlights. Unser Weg führte uns vorbei an prächtigen Häusern der Jugendstilzeit, kunstvollen Antiquitätenläden und dem vor Menschen kaum zu sehenden Rathausplatz. Dort angekommen entschieden wir uns das rege Treiben entspannt bei einem Café zu beobachten und den Tag ausklingen zu lassen.IMG_8708IMG_8712IMG_8716IMG_8720+8709IMG_8727IMG_8731+8723IMG_8769+8739

Am nächsten Tag ring es, mit einem guten Frühstück gestärkt und der Sonne im Gesicht, Richtung Prager Kleinseite. Ziel war ein versteckter Garten indem die Frage aller Fragen fiel. Auf dem Weg dorthin zogen wir durch die malerischen Straßen der Prager Kleinseite – der für mich schöneren Stadtseite Prags. Man entdeckt mehr liebevoll gestaltete Details, es gibt keine sechsspurigen Straßen und das Leben scheint hier etwas weniger hektisch. Als wir mit Bedauern feststellen mussten, dass der kleine private Garten noch geschlossen hatte, warfen wir unsere Pläne über Bord und streiften durch die Gärten des Petřín Hügels. Zu unserem Glück! Denn dort entdeckten wir diese unsagbar romantische Kirschbaumplantage die in ihrer schönsten Blüte stand. Über den blühenden Baumkronen hinweg konnte man über die gesamte Stadt blicken. Es war ein Anblick für die Götter! Nachdem wir den höchsten Hügel Prags bestiegen und den Aussichsturm (der nach einer Kopie des Pariser Eiffelturms errichtet wurde) besichtigt hatten, gönnten wir uns auf der atemberaubenden Terrasse des Restaurants Nebozízek eine kleine Pause und genossen das Panorama der Prager Burg (Pražský hrad). Auf dem Rückweg überquerten wir die berühmte Karlsbrücke und beschlossen auf Grund der Menschenmassen das Shooting auf den Abend zu verlegen. Leider begann es ab diesem Zeitpunkt an unaufhörlich zu regnen. Da uns Petrus allerdings bis dahin äußerst wohl besinnt war, beschlossen wir uns davon nicht die gute Laune verderben zu lassen.

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Nach einem kleinen Stop im Hotel überquerten wir nach Sonnenuntergang erneut die Moldau. Dieses mal ging es hinauf zur Pražský hrad. Wir wussten das es am Tage schier unmöglich ist dort vernünftig Fotos zu machen. So entschieden wir uns die Burg bei Nacht zu besteigen. Nun mussten wir statt mit Ellenbogen gegen drängelnde Menschen, mit Mantel und Schirm gegen Kälte und Regen kämpfen. Die Entscheidung war trotzdem richtig. Die vielen verzierten Türme der Stadt sind sicher allein eine Reise wert. Prag bei Nacht aber ist spektakulär! Ich empfehle jedem der diese Stadt besucht am Abend nicht allein in den urigen Kneipen zu verweilen, sondern sich die Mühe zu machen Prag bei Nacht zu bestaunen. Ihr werdet es nicht bereuen. So bedauerten auch wir nicht, dass wir uns noch einmal auf den Weg zur Karlsbrücke gemacht haben. Ohne die vielen Verkaufsstände und Touristen offenbarte sie nun ihren wahren Glanz.

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Zu guter Letzt krönten wir unseren Trip mit einem Besuch des beliebten Cowboys Restaurant. Dort entstand dann auch noch ein abschließendes Gruppenbild 🙂

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